Spielbeitrag

Rollers verlieren nach Overtime

Zwickau Einen wahren Rollstuhlbasketball-Leckerbissen bekamen die Zuschauer am vergangenen Samstag beim Duell der heimischen BSC Rollers gegen die München Iguanas in der Sporthalle Mosel zu sehen. Einmal mehr bewies sich, dass die Liga in der aktuellen RBBL-Saison so ausgeglichen wie schon lange nicht mehr ist. Das Hinrundenmatch im vergangenen Oktober entschieden die Zwickauer in München noch für sich. Doch das Team aus der bayrischen Landeshauptstadt um Spielmacher Sebastian Magenheim steigerte sich in den vergangenen Monaten praktisch von Spiel zu Spiel und siegten in ihrer Premierensaison unter anderem schon gegen Ligakrösus RSV Lahn Dill.
So startete die Begegnung mit einem munteren Schlagabtausch in dem sich die Gäste immer wieder stark in die Zwickauer Zone spielen konnten und so wichtige Punkte unter dem Korb erzielten. Die Schumannstädter, disziplinierter und konzentrierter als zuletzt gegen die Baskets aus Hamburg, spielten geduldig und ließen sich auch durch den zwei Punkte Rückstand nach dem 1.Viertel nicht aus dem Konzept bringen.
Die Bayern, erwartungsgemäß kompakt und bissig im Angriff, erspielten sich geschickt einen sechs Punkte Vorsprung bis zur Halbzeit (28:34). Kurzzeitig gelang es den Abstand auf neun Punkte herauszuarbeiten. Doch Gans, Skucas und Co. blieben stets im Fluß und verkürzten in Minute 25 auf 40:43. Die Begegnung wurde nun physisch härter, dennoch bei gleichzeitigen Fairpaly. Bis zum Ende des 3.Viertels wog das Spiel hin und her und München konnte seinen kleinen Vorsprung mit 49:53 ins eigentliche Schlußviertel mitnehmen. Mit Beginn des 4. Viertels und einem veränderten Line-up gelang es den Zwickauern nochmals die Bajuwaren gekonnt unter Druck zu setzen. Nach einem 10:0-Punkte-Lauf gingen die Gastgeber in Minute 35 mit 59:53 Punkten verdient in Führung. Nun begann der eigentliche Krimi, denn das Spiel nahm nun abermals deutlich an Fahrt auf und wurde nur durch taktische Auszeiten unterbrochen – München kam zu Punkten aus der Mitteldistanz und Zwickau konterte unter dem Korb. Beim Spielstand von 64:65 und noch 2,9 sec auf der Uhr hatte Jan Gans die Chance auf die entscheidenden zwei Punkte, bekam aber den Pass zu spät und ungenau zu fassen, konnte entsprechend den Wurf nicht optimal verwerten und wurde durch Foul gestoppt: zwei Freiwürfe! Den ersten versenkte der Routinier noch souverän, der Zweite jedoch naschte nur am Ring. Overtime!
Definitiv nichts für schwache Nerven: Beide Teams suchten die Entscheidung und München konnte einen kleinen Lauf zum 70:75 starten. Zwickau konterte seinerseits abermals stark und kam auf zermürbende 76:77 Punkte heran. Noch 13 Sekunden, Angriff Zwickau – jedoch scheiterte ein schneller Aufbau an einem abgefangen Pass und so sicherte sich München den hart umkämpften Sieg in dieser Begegnung.
„Wir wollten eine Leistungssteigerung gegenüber dem Spiel im Hamburg auf den Court bringen – das ist uns auch gelungen. Wir haben alles gegeben und alles versucht. In so einem engen Spiel kann eine einzelne Situation über Sieg und Niederlage entscheiden. Wir hatten die Chance das Spiel für uns zu entscheiden – das haben wir nicht. München hatte heute das glücklichere Ende und hat aber auch verdient gewonnen“, so der sichtlich enttäuschte Coach nach dem Spiel.

Endstand 76:77 (17:19, 28:34, 49:53, 65:65)

Skucas Vytautas 23 Pkt.
Gans Jan 18 Pkt.
Gabranovs Karlis 12 Pkt.
Pohlmann Rostislav 12 Pkt.
Kenyon Ben 4 Pkt.
Ciaplinskas Edgaras 4 Pkt.
Oehme Frank 3 Pkt.

Foto: HARZER-PRESSEFOTO

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