Spielbeitrag

Kollektiver Ausfall beim amtierenden Meister

Wetzlar Eigentlich standen die Zeichen günstig, beim Aufeinandertreffen mit dem amtierenden Meister RSV Lahn-Dill, zumindest ein Match auf Augenhöhe führen zu können. Verstohlen lunzte der eine oder andere sicherlich sogar Richtung Auswärtspunkte. Immerhin reisten die Zwickauer mit einer breiten Brust aus vier Siegen und ordentlich Rückenwind Richtung Hessen. Dass man die Wetzlarer nicht unterschätzen dürfte, hatte Head-Coach Marco Förster während der gesamten Trainingswoche mehr als deutlich zu verstehen gegeben und zumindest in den ersten 14 Minuten des Spieles lief eigentlich auch alles nach Plan. Zwar trumpften die amtierenden Meister mit Kapitän Michael Paye und Neuzugang Hirokai Kozai gleichmal punktstark mit einem 12:4-Lauf, doch die Rollers konterten geschickt und glichen bis zum Viertelende den Rückstand aus. Auch in den ersten vier Minuten im zweiten Viertel sah noch alles nach einem gelungenen Zweikampf auf Augenhöhe aus. Doch dann erhöhten die Hessen die Schlagzahl, das Tempo nahm zu, die Trefferquote stieg, zumindest auf Seiten Lahn-Dills. Denn zeitgleich wirkten die Rollers plötzlich fast ein wenig kopflos. Förster tat das einzig Richtige und nahm eine Auszeit, um die eigene Linie nachzujustieren. Da dies nicht die gewünschte Effekt nach sich zog, wäre es nun zwingend notwendig gewesen, das Line-up zu ändern, um frischen Wind ins Spiel zu bringen. Zu clever agierten die Wetzlarer unter anderem in der Verteidigung unseres Topscorers Jan Gans. Und genau hier findet sich das Haar in der gestrigen Ligasuppe. Ein weiteres ebenbürtiges Line-up stand einfach nicht zur Verfügung, denn Skucas war nicht mit angereist. So blieb dem Trainer eigentlich kaum etwas anderes übrig, als den Dingen ihren Lauf zu lassen. Ob ein Einsatz Skucas wirklich die Lösung des Problems gewesen wäre, bleibt sicher offen, allerdings hätte sich damit die variationsbreite im Line-up vervielfacht. In Ermangelung weiterer Optionen schien sich die augenscheinliche Lähmung des Mannschaftsgeistes auch nicht mehr lösen. Die hohe Fehleranfälligkeit und eine geringe Trefferquote taten ihr Übriges. Am Ende blieben lange Gesichter auf der Bank und bei den mitgereisten Fans und ein verdienter 81:42 Kantersieg des RSV Lahn-Dill. Nun heißt es, das Spiel abzuhaken und sich auf die bevorstehenden Aufgaben konsequent vorzubereiten. Denn bereits in der kommenden Woche wartet die erste Runde im DRS-Pokal darauf, ausgespielt zu werden und bekanntlich gelten im Pokal ganz eigene Regeln.

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