Spielbeitrag

Hannover siegt, Fragezeichen bleiben

»Wenn Unparteiische in einem Bundesligaspiel zu viele klare Fehlentscheidungen treffen, ob bewusst oder unbewusst, trägt dies maßgeblich zum gesamten Spielverlauf bei.« Marco Förster, Trainer BSC Rollers Zwickau

Hannover Eigentlich entspricht es so gar nicht seiner Art, der 40-jährige Trainer der Zwickauer Rollers ist Profi durch und durch. Doch nach dem überaus wichtigen Spiel gegen die Hannoveraner Füchse, es ging um nicht weniger als einen Play-off-Platz, macht sich Marco Förster auf Nachfrage Luft und gibt damit einen kleinen Einblick in die Stimmungslage bei den Rollers.

»Hannover hat das Spiel am Ende des Tages gewonnen und das muss man akzeptieren, aber ich habe ehrlich gesagt die Schnauze voll und fühle mich persönlich und für meine Spieler absolut verarscht. Nach so einem Schlagabtausch drängt sich mir die Frage auf, was man als Trainer und Spieler tun muss, um die Möglichkeit zu bekommen, ein Spiel mit solch entscheidendem Charakter, professionell und wertfrei spielen zu können?« Drastische Worte, die allerdings Kennern der Szene durchaus nachvollziehen können.
»Vor jedem Spiel wird versucht, sich taktisch bestmöglich auf den kommenden Gegner einzustellen. Das bedeutet im Vorfeld Stunden theoretischer Arbeit. Das Ergebnis wird dem Team vermittelt, das wiederum in der Trainingswoche akribisch daran feilt, das Vorgenommene umzusetzen. Und auch im mentalen Bereich wird daran gearbeitet ›einstecken‹ zu müssen, die Dinge zu nehmen, wie sie sind und weiter dem Gameplan zu verfolgen.« Das ist ein enormer Aufwand für alle Beteiligten. Selbstverständlich sei keiner vor Fehlern gefeit und ein gewisses Maß ist für jeden Spieler und Trainer akzeptabel, weiß auch Förster und natürlich »sind wir alle nur Menschen in einem Sport mit Sekundenentscheidungen. In der 1. Bundesliga allerdings muss man erwarten können, dass ein Spiel klar geführt und gelenkt wird, denn kann man das nicht, wird es zu einer Farce mit Schulsportcharakter.« (JoKri)

Endergebnis:

61:71 (20:18, 41:40, 50:50)

Rostislav Pohlmann 22 Pkt.
Vytautas Skucas 17 Pkt.
Marianne Buso 10 Pkt.
Edgaras Ciaplinskas 10 Pkt.
Frank Oehme 2 Pkt.

Foto: Bert Harzer

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